Österreich : Rückgang der Krankenhausbetten und Intensivbetten

Dieser Artikel erklärt den aktuellen Stand der Krankenhausbetten in dem Land. Sie erfahren die aktuelle Zahl der regulären Krankenhausbetten, der Intensivbetten (ICU beds) und des medizinischen Fachpersonals in Österreich. Alle Daten wurden in offiziellen Datenbanken recherchiert, insbesondere in den Publikationen von Statistik Austria, des nationalen Statistik-Instituts. Im August 2024 lag noch kein Bericht von Statistik Austria für das Jahr 2023 vor. Daher betreffen die aktuellsten Daten das Jahr 2022.
Historischer Moment in Salzburg im Jahr 2021: Ein Triage-Team wird in Einsatzbereitschaft versetzt !
Triage : Dieses französische Wort für « Sortieren » ist eines der brutalsten im Zusammenhang des Gesundheitssystems. Es bedeutet, dass die verfügbaren Ressourcen (medizinisches Personal, Krankenhausbetten, medizinische Geräte, Medikamente etc) nicht für alle Patienten ausreichen, die in einer bestimmten Situation einer Behandlung bedürfen.
Die Aufgabe eines « Triage-Teams » ist es, im Bedarfsfall gewisse Patienten über andere zu « priorisieren ». Eine derartige « Priorisierung » bedeutet, dass der andere Patient von einer unmittelbaren und direkten Hilfe ausgeschlossen wird.
Was geschieht mit diesem « nicht-prioritären/ aussortierten « Patienten ? Im besten Fall wird er auf eine Warteliste gestellt, für eine Behandlung zu einem späteren Zeitpunkt (wenn er dann noch lebt). Was geschieht mit ihm im schlimmsten Fall ?
Konkrete Fragen, mit denen ein « Triage-Team » konfrontiert sein kann, können etwa so aussehen:
« Welcher Patient ist prioritär für ein Krankenhausbett? Der 50-jährige Familienvater oder die 80-jährige Großmutter ? » (Mögliche Triage-Situation)
« Welcher Patient hat die Priorität für ein Intensivbett ? Der 15-jährige Teenager, der einen Autounfall hatte, oder der 50-jährige Krebspatient ? « (mögliche Triage-Situation)
« Welcher Patient ist prioritär für ein Spitalsbett ? Der 50-jährige Bauarbeiter oder der 50-jährige Geschäftsmann ? » (mögliche Triage-Situation)
Im Jahr 2021 setzte die Vereinigung der Krankenhäuser im Bundesland Salzburg ein Triage-Team in Einsatzbereitschaft, im Zusammenhang der Corona-Situation in Österreich. Der Landeshauptmann (Ministerpräsident) von Salzburg im Zeitraum 2013 – 2024 ist der Christdemokrat Wilfried Haslauer (ÖVP).
Wie viele Krankenhausbetten gibt es in Österreich ? Der Rückgang begann in den 1980er Jahren.
Die folgende Graphik von der Weltbank zeigt die kontinuierliche Reduktion von Krankenhausbetten seit den 1980er Jahren. 1985 gab es noch 10,9 Spitalsbetten für 1000 Bürger. Von 1985 bis 2000 ging die Zahl auf 8 Spitalsbetten pro 1000 Bürger zurück.

Es gab also von 1985 bis 2000 einen drastischen Rückgang der Krankenhausbetten. Nun soll die Entwicklung der Krankenhausbetten seit 2020 beleuchtet werden.
Die aktuelle Zahl der Spitalsbetten in Österreich : Wie viel weniger Betten gibt es seit dem Corona-Jahr 2020 ?
Daten von Statistik Austria zeigen, dass der Rückgang der Spitalsbetten auch während der letzten Jahre weiterging. Die konkrete Zahl der Krankenhausbetten kann im « Jahrbuch der Gesundheitsstatistik » von Statistik Austria (für die jeweiligen Jahre) eingesehen werden.
Im Covidjahr 2020 gab es noch 7,1 Krankenhausbetten pro 1000 Bürger. Im Jahr 2022 gibt es eine Bettenzahl von nur mehr 6,7.
Der Rückgang zeigt sich auch in den absoluten Zahlen : 2020 gab es noch 62 873 Krankenhausbetten. 2022 war die Zahl nur mehr 60 739.
Während der gesamten Periode (2020 bis 2022) stieg die Gesamtbevölkerung von Österreich an, wie auch der Prozentsatz an alten Menschen über 65 Jahren (von 19% auf 19,40% der Gesamtbevölkerung). Die folgende Tabelle zeigt alle Details :

Wie viele Intensivbetten gibt es in Österreich ? Wie stark ist der Rückgang seit 2020 ?
Die obige Tabelle erlaubt auch eine Identifizierung des Rückgangs der Intensivbetten (Intensive Care Unit Beds/ ICU Beds).
2020 gab es noch 2635 Intensivbetten.
2022 beträgt die Zahl 2609 Intensivbetten (ein Rückgang von 26 Intensivbetten) !
Wie auch bei regulären Spitalsbetten ist hier die folgende Feststellung zu treffen : nach Corona gibt es weniger Intensivbetten – für eine größere Gesamtbevölkerung und einen höheren Prozentsatz an alten und vulnerablen Personen.

Das Gesamtbild : Krankenhausbetten sind sehr wichtig, aber andere Fragen sind ebenfalls relevant.
Während der Covid-, Lockdown- und Triage-Zeit vernahmen Bürger oft den Satz : « Es gibt zu wenig Krankenhausbetten für zu viele kranke Leute ». Die Wahrheit ist natürlich komplexer.
Die Frage der Zahl der Krankenhausbetten ist mit vielen anderen Fragen verbunden :
Wie viele Ärzte und Pfleger sind verfügbar ? Welches ist das optimale numerische Verhältnis von Allgemeinmedizinern (die eine Prophylaxe und eine niederschwellige Versorgung bei leichten Symptomen leisten können) und Spitalsärzten (die Patienten mit schwereren Krankheiten betreuen) ?
Was sind die Details betreffend nosokomiale Infektionen in Krankenhäusern : ihre absolute Zahl und ihre Kausalität mit bestimmten Behandlungsmethoden ? (Konkrete Daten zu nosokomialen Infektionen sind sehr schwer zu erhalten. Warum ?)
Wie hoch ist der Prozentsatz an alten und vulnerablen Personen in einer Population ? Wie viele Intensivbetten sind erforderlich in Hinblick auf den aktuellen und zukünftigen Prozentsatz an alten Menschen ?
Wie sind die Details der Ausgaben des nationalen Gesundheitsbudgets : welche Summen werden etwa für PCR-Tests für Covid-Tests ausgegeben, und welche Beträge werden für moderne medizinische Geräte wie Tumor-Scanner etc. verwendet ?
Welche Behandlungsmethoden sind bei bestimmten Erkrankungen möglich ? Gibt es bekannte und bewährte Medikamente, die für eine Behandlung verwendet werden können, oder nicht ? Falls neue Impfungen angeboten werden : Wie sind deren Zulassungsdetails (reguläre Marktzulassung oder bedingte Marktzulassung ?) ? Wie hoch ist die Zahl der verdächtigen Nebenwirkungen nach Impfungen, die eine bedingte Marktzulassung haben ?
Wie ist der Einfluss von außerordentlichem Stress der Bevölkerung, ausgelöst von politischen Maßnahmen wie wiederholten Lockdowns und Ankündigungen von Triage-Teams, auf die nationale Gesundheit zu bewerten ?
Gibt es verschobene Vorsorgeuntersuchungen (etwa bei Herz- und Krebserkrankungen) infolge von politischen Maßnahmen (Lockdowns, speziellen Krankenhausprotokollen etc) ? Falls ja, wie ist der Einfluss derartiger Maßnahmen auf die Inzidenz gewisser Krankheiten ?
Die obige mehrjährige Tabelle mit Daten von 2010 bis 2024 erlaubt ein besseres Verständnis mancher Parameter, die für die Bewertung von Fragen wie der Übersterblichkeit und der optimalen Zahl an Intensivbetten notwendig sind. Nehmen Sie sich für die Betrachtung ein paar Minuten Zeit.
Wie viel allgemeines medizinisches Personal gibt es in Österreichs Krankenhäusern ? Wie viel weniger gibt es als im Jahr 2020 ?
Diese Kategorie von medizinischem Personal in Spitälern bezieht sich auf Hebammen, Krankenschwestern, Röntgenassistenten, Physiotherapeuten etc. (Krankenhausärzte werden gesondert gezählt). Die Entwicklung der Zahl dieser Fachkräfte-Kategorie ist beeindruckend.
2020 gab es noch 96 796 Krankenhausangestelle, doch im Jahr 2022 sank die Zahl auf 60 896. Alle neun österreichischen Bundesländer sind von diesem drastischen Rückgang betroffen.
Es sei daran erinnert, dass die Dauer einer Berufsausbildung in dieser Berufsgruppe zwischen einem Jahr (für einen Pflegehelfer) und 3 Jahren (für eine Krankenschwester mit Bachelor Degree liegt).

Wie viele Ärzte arbeiten in Österreichs Spitälern ?
Reminder : von 2020 bis 2022 wuchs die Gesamtzahl der österreichischen Bevölkerung, wie auch das Bevölkerungssegment der Über-65-Jährigen.
Die Gesamtzahl der in österreichischen Spitälern arbeitenden Ärzte stieg von 26 047 im Jahr 2020 auf 26 309 im Jahr 2022 an.
Ein statistischer Breakdown auf die Zahl der Krankenhausärzte pro 100 000 Einwohnern ergibt die folgenden Daten (bezogen auf die Gesamtbevölkerung am 1 Januar 2020 und 2022) :
2020 gibt es einen nationalen Durchschnitt von 292,63 Spitalsärzten für 100 000 österreichische Bürger.
2022 gibt es einen nationalen Durchschnitt von 293,01 Spitalsärzten für 100 000 österreichische Bürger.
Die folgenden regionalen Daten sind ebenfalls aufschlussreich:
Wien hat von allen 9 Bundesländern die höchste Dichte an Krankenhausärzten. 2020 gab es 370,34 Krankenhausärzte pro 100 000 Bürgern. 2022 sank dieser Wert auf 359,03.
2020 arbeiteten 7078 Ärzte in Wiens Spitälern (darunter 4155 Fachärzte).
2022 arbeiteten 6935 Ärzte in Wiens Spitälern (darunter 4128 Fachärzte).
Salzburg hat in Österreich die zweithöchste Dichte an Krankenhausärzten (nach Wien) : 345,98 im Jahr 2020, und 348,02 im Jahr 2022. Dies ist eine interessante Zahl, wenn man bedenkt, dass in Salzburg ein « Triage-Team » eingerichtet wurde.
Niederösterreich ist nach Wien das zweitgrößte Bundesland. Die Dichte an Krankenhausärzten verbesserte sich hier von 248,35 (in 2020) auf 257,01 (in 2022), doch liegt sie immer noch unter dem nationalen Durchschnitt von 293,01 (für das Jahr 2022).
Das Burgenland hat von allen 9 Bundesländern die geringste Dichte an Krankenhausärzten. 2020 lag der Wert bei 228,23 Spitalsärzten pro 100 000 Bürgern. 2022 sank dieser Wert auf 225,82.
Die Werte für die anderen Bundesländer sehen im Jahr 2022 so aus : Kärnten = 277,41/ Oberösterreich = 264,23/ Steiermark = 255,24/ Tirol = 341,58/ Vorarlberg = 255,68.
Die Landeshauptleute (Ministerpräsidenten) der Regionen Burgenland und Wien in der genannten Zeitspanne kommen von der Partei SPÖ : Burgenlands Landeshauptmann ist der Soziademokrat Hans Peter Doskozil (seit 2019), Wiens Bürgermeister und Landeshauptmann ist der Sozialdemokrat Michael Ludwig (seit 2018). Die Landeshauptfrau von Niederösterreich ist seit 2017 die Christdemokratin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).


Wie viele Ärzte arbeiten in Österreich ?
Diese Daten von Statistik Austria beziehen sich auf « Ärzte, die bei der Österreichischen Ärztekammer registriert sind ».
Die Zahl der Ärzte pro 100 000 Einwohnern stieg von 533,7 im Jahr 2020 auf 543,9 im Jahr 2022. Die absoluten Zahlen sind wie folgt : 47 674 Ärzte im Jahr 2020, und 49 521 Ärzte im Jahr 2022.
Ein näherer Blick auf die Statistik zeigt, dass die Zahl der Fachärzte in allen 9 Bundesländern anstieg, während die Zahl der Allgemeinmediziner in den meisten Regionen zurückging (mit den Ausnahmen Tirol, Vorarlberg und Wien).
Wer ist für die Krankenhäuser in Österreich verantwortlich ?
Laut der Homepage des Österreichischen Gesundheitsministeriums gibt es eine geteilte Verantwortung für das österreichische Gesundheitssystem :
- Die Sozialversicherung ist für die medizinische Versorgung außerhalb der Krankenhäuser zuständig, wie auch für Rehabilitation und Medikamente.
- Die Bundesregierung verwaltet das « Grundsatzgesetz für Spitäler » und das « Gesundheitssystem ».
- Die Regionalverwaltungen der 9 Bundesländer haben die operative Verantwortung für die Krankenhäuser.
Die folgenden Daten und Fakten zum Gesundheitssystem waren jedermann frei zugänglich :
- Seit 1980 ging die Zahl der Krankenhausbetten in Österreich kontinuierlich zurück.
- Seit spätestens 2009 (Datum der Schweinegrippe-Pandemie H1N1) wusste jeder, dass die WHO jederzeit eine Pandemie erklären kann.
- Spätestens seit 2012 und 2015 (Jahre mit einer hohen Übersterblichkeit) war allen bekannt, dass es Jahre mit einem Peak der Übersterblichkeit geben kann. (Im Jahr 2015 betrug die Übersterblichkeit 6,2% im Vergleich zum Vorjahr – siehe die Tabelle weiter oben in diesem Artikel).
Datenrecherche : Die Herausforderung der Präsentation von verlässlichen und verständlichen Statistiken.
Messages wie « Es gibt zu wenig Krankenhausbetten, jetzt gibt es ein Triage-Team » sind sehr einfach.
Wie im Abschnitt « Das Gesamtbild » in diesem Artikel erwähnt wurde, besteht die Challenge darin, mehr Fragen als bloß zur Zahl der Krankenhausbetten zu stellen, wenn man eine bestimmte Periode im Gesundheitssystem verstehen will.
Eine andere große Herausforderung ist die Recherche von medizinischen Daten in den offiziellen Datenbanken. Derartiger Research ist bereits auf nationalem Niveau sehr komplex, und sogar noch mehr auf internationalem Niveau.
Bei « Krankenhausbetten « ist eine Unterschiedung zwischen « regulären Krankenhausbetten » und « Intensivbetten « (intensive care unit hospital beds/ ICU beds) notwendig. In manchen Datenbanken gibt es sogar intermediäre Kategorien – was das Erstellen von seriösen internationalen Vergleichen erschwert.
Selbst bei der Kategorie « Intensivbetten » führt Statistik Austria 2 verschiedene Arten an : « tatsächlich aufgestellte Betten » (die in diesem Artikel verwendete Kategorie), und « systemisierte Intensivbetten ».
Auch bei der Zahl der Gesamtbevölkerung können verschiedene Werte verwendet werden : die Gesamtbevölkerung zu Jahresbeginn, oder die durschnittliche jährliche Gesamtbevölkerung.
Weitere Schwierigkeiten in Hinblick auf mehrjährige Statistiken sind : Die Form der Datenberichte von Statistikinstituten kann von einem Jahr zum nächsten variieren. Manche Internetadressen (URLs) können nach einiger Zeit nicht mehr aufrufbar sein.
Dieselben und/ oder ähnliche methodologische Herausforderungen bestehen bei der Bewertung von vielen anderen Daten wie der Übersterblichkeit, der Definition von « Covid-Toten » etc.
Wenn Sie seriöse, offizielle und überprüfbare Daten-Analysen schätzen, dann folgen Sie diesem Blog !
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