Parlamentswahlen in Deutschland : Historische Ergebnisse

Alt: Chart of german elections

Das deutsche Parlament hat zwei Kammern : Den Bundestag mit 630 Abgeordneten (seit 2025), und den Bundesrat mit 69 Mitgliedern, die aus den Landesregierungen der 16 Bundesländer kommen.

Für einen Einzug in den Bundestag benötigen die deutschen politischen Parteien mindestens 5% der Wählerstimmen. Die Legislaturperiode des Bundestags ist 4 Jahre, gemäß Artikel 39 der deutschen Verfassung.  

Der Bundestag wählt auch den Bundeskanzler, infolge eines Vorschlags durch den deutschen Bundespräsidenten (gemäß Artikel 63 des deutschen Grundgesetzes).

Die CDU und CSU sind zwei verschiedene Parteien, die traditionell eine Wahlkoalition namens « Union » bilden. Die CSU gibt es ausschließlich in Bayern, die CDU in den anderen 15 Bundesländern. Beide Parteien werden im Allgemeinen als « christlich und konservativ » etikettiert.

Seit den ersten Parlamentswahlen in der BRD im Jahr 1949 waren die Union und die SPD die beiden Hauptparteien des Landes, die bislang auch alle deutschen Bundeskanzler stellten.

Nun sei auf die Wahlergebnisse der letzten Bundestagswahlen eingegangen.

alt: banner für werbeflächen

Die Bundestagswahl 2025

Die Wahl vom 23 Februar 2025 war eine vorgezogene Neuwahl nach einer verlorenen Vertrauensfrage von Kanzler Olaf Scholz im Dezember 2024. Das Ergebnis der Wahl sieht am 25 Februar 2025 so aus :

Die Union (CDU und CSU) gewann mit 28,6% die Wahl, vor der AFD, die 20,8% erhielt.

Das Unions-Ergebnis von 28,6% macht die Partei eindeutig zum Gewinner der Wahl 2025. Auf einer historischen Skala bedeutet es jedoch den zweitschlechtesten Score seit 1949 in der Geschichte dieses Parteibündnisses. Nur im Jahr 2021 gab es ein noch schlechteres Resultat, nämlich 24,2%.

Olaf Scholz, der deutsche Kanzler von 2021 bis 2025, muss bei der SPD sogar für die schlechteste Performance seit 1949 die Verantwortung übernehmen : nur 16,4%.

Christian Lindner, FDP-Spitzenkandidat und Finanzminister der bisherigen Regierung, erzielte gleichermaßen das schlechteste Ergebnis seit 1949 für seine Partei  – nur 4,3%. Da die FDP unter der  5%-Marke liegt, wird die Partei im neuen deutschen Bundestag nicht einmal vertreten sein.

Die Situation der Grünen ist etwas anders : Angeführt vom bisherigen Wirtschaftsminister Robert Habeck fiel die Partei von 14,7% auf 11,6% (ein Rückgang von 21%). Nichtsdestoweniger bedeuten 11,6% für die Partei das zweitbeste historische Ergebnis, seit dem ersten Antreten der Grünen bei nationalen Parlamentswahlen im Jahr 1980.

Alle bisherigen Koalitionsparteien (SPD + FDP + Grüne) zusammen erhielten lediglich 32,3% der Wählerstimmen.  

Die Partei « Die Linke » mit ihren Spitzenkandidaten Heidi Reichinnek und Jan van Aken, zog erneut in den Bundestag ein, für den sie sich im Jahr 2021 nicht qualifiziert hatte.

Die AFD – oft als « rechtsextreme Partei » bezeichnet – ist nun die zweite politische Kraft im deutschen Parlament. Der amerikanische Milliardär Elon Musk ist einer ihrer berühmtesten Unterstützer. Musk bezeichnete die AFD als die « beste Hoffnung für Deutschland » und machte Anfang 2025 auch ein langes Interview mit der AFD-Parteichefin Alice Weidel.

Friedrich Merz, der Spitzenkandidat der Union, hat nun die Aufgabe, eine neue Regierung zu bilden.

Merz hat im Januar 2025 eine mögliche Regierungskoalition mit der AFD ausgeschlossen. Obwohl die Union und die SPD nur 45% aller Wähler abbilden, können sie hinblicklich der Zahl der Parlamentssitze eine 2-Parteien-Koalition bilden. Eine alternative Option wäre eine 3-Parteien-Regierung zusammen mit den Grünen.

Eine andere Partei verfehlte knapp die 5%-Marke. Das BSW erhielt 4,97%. Die Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht kündigte an, eine Überprüfung des Wahlergebnisses zu beantragen. Ihrer Meinung nach hatten die im Ausland lebenden Deutschen nicht genug Zeit, bei dieser vorgezogenen Wahl ihr Stimmrecht auszuüben.

Die Forderung von Frau Wagenknecht ist legitim.  Es sei daran erinnert, dass es selbst bei der Bundestagswahl 2021 Unregelmäßigkeiten gab, die eine partielle Wiederholung der Wahl in Berlin erforderten.

Die Bundestagswahl 2021

Diese Wahl bedeutete das Ende der langen Amtszeit der Bundeskanzlerin Angela Merkel (Union), die insgesamt 16 Jahre währte, ebenso lange wie die von Helmut Kohl (Union) in den 1980ern und 1990ern.

Die SPD wurde mit 25,7% die erste Partei des Landes, gefolgt von der Union mit 24,2%. Olaf Scholz, der in der früheren Regierung Bundesfinanzminister gewesen war, wurde der Kanzler einer Dreierregierung aus SPD, FDP und den Grünen.

Während dieser Legislaturperiode kam es zum Beginn des Krieges zwischen Russland und der Ukraine. Bis zum Jahresende 2024 hat Deutschland 1,3 Millionen Ukrainern Asyl geboten. Deutschlands Finanzhilfen für die Ukraine im Wert von 44 Milliarden EUR wurden für Militärgerät, Wiederaufbauprojekte und andere Zwecke verwendet.

Kanzler Scholz setzte das strenge Covid-Management fort, das bereits unter der Kanzlerin Merkel eingeführt worden war. Der Versuch, eine Covid-Impfpflicht für alle Bürger ab 60 Jahren einzuführen, scheiterte jedoch 2022 im Bundestag.

Ein Jahr später bestätigte der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die Existenz von schwerwiegenden Nebenwirkungen der Covid-Inokulationen.

2023 schaltete Deutschland auch seine letzten Atomreaktoren ab. Dieses Projekt war bereits 2002 unter Kanzler Gerhad Schröder initiiert worden ; Kanzlerin Merkel hat es 2011, nach dem Fukushima-Unfall, bestätigt.

Die Entwicklung des BIP in Deutschland unter Kanzler Scholz gestaltete sich laut Eurostat wie folgt : 1,4% in 2022, -0,3% in 2023, und -0,2% in 2024.

Die Bundestagswahl 2017

Die Union wurde mit 33% der klare Wahlsieger, mit einem Abstand von fast 13% auf die SPD.

Nach der Wahl kam es zu einem fruchtlosen Versuch eine Dreiparteienregierung aus der Union, der FDP und den Grünen zu bilden. Dieses Projekt wurde als « Jamaika-Koalition » bezeichnet, da die entsprechenden Parteifarben – Schwarz, Gelb und Grün – an die Flagge dieses Karibikstaates erinnern.

Schlussendlich bildeten die Union und die SPD erneut eine « große Koalition », mit einer Parlamentsmehrheit von 53,5%.

Die Regierung wurde von der Kanzlerin Angela Merkel angeführt. Prominente Mitglieder waren der Finanzminister Olaf Scholz (SPD), der 2021 der neue Bundeskanzler wurde, und die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die seit 2019 die Präsidentin der EU-Kommission ist.  

Die AFD zog mit 12,6% zum ersten Mal in das Bundesparlament Deutschlands ein.

Seit März 2020 vollzog die Regierung strenge Maßnahmen in Hinblick auf das Covid-Phänomen, wie Lockdowns, verpflichtendes Tragen von Masken, und Inokulationen mit Substanzen, die lediglich eine bedingte Marktzulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) besaßen.

Die Bundestagswahl 2013

Die Union unter Kanzlerin Merkel erhielt 41,5% bei dieser Wahl in Deutschland. Das ist ihr bestes Ergebnis seit 1994, als sie exakt dasselbe Wahlresultat erzielte. 

Die FDP, die auf nur 4,8% kam, fiel aus dem nationalen Parlament Deutschlands. Die AFD, die zum ersten Mal an Bundestagswahlen teilnahm, verpasste ebenfalls einen Parlamentseinzug, mit einem Ergebnis von 4,7%.

Angela Merkel blieb die Chefin der deutschen Bundesregierung, die sich aus der Union und der SPD zusammensetzte. Diese « große Koalition » repräsentierte 67,2% der Wähler.

Eines der Hauptereignisse dieser Zeit war die Migration der Jahre 2015 bis 2017. Während dieser drei Jahre nahm Deutschland 1,36 Millionen Asylsuchende und 302 000 ihrer Familienmitglieder auf (Daten des deutschen Bundesamtes für Migration). Ein hoher Prozentsaz dieser Asylwerber kam aus Syrien, Afghanistan und dem Irak.

Deutschland war einer jener EU-Staaten die die größte Zahl an Migranten aufnahmen, gemeinsam mit Schweden, Malta, Österreich und Zypern (in Hinblick auf den Prozentsatz an Migranten pro 1000 Einwohner).

Merkels Migrationspolitik wird oft mit einem berühmten Satz zusammengefasst, den die Politikerin damals sagte :

« Wir schaffen das ! » (Angela Merkel zum Thema Migration im Jahr 2015.)

Nach 2015 gab es ernsthafte Probleme der Inneren Sicherheit, die durch Personen aus der Migranten-Community verursacht wurden. Ein Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin im Jahr 2016 kostete 13 Menschen das Leben. Unzählige Messerattacken – von denen manche als Terrortaten qualifiziert wurden – machten Migration sogar für die Bundestagswahl 2025 zu einem der Topthemen. 

Angela Merkels Satz « Wir schaffen das ! » aus 2015 wurde nicht nur von der « rechtsextremen » AFD kritisiert, sondern auch von Merkels Nachfolger. Der neue CDU/ Union-Chef, Friedrich Merz, kündigte während seiner Wahlkampagne 2025 strenge Maßnahmen gegen « illegale Migration » an.

(Über den Autor dieses Artikels :  Leopold Stoeger ist ein Experte für Deutschland mit einem Master in Internationalen Angelegenheiten.)

   Teilen Sie diesen Artikel mit Freunden !

   Diese Inhalte sind bestimmt ebenfalls interessant für Sie