Diese berühmten Österreicher haben uns verlassen


18 Dezember 2025 : Alexandra Krings (51, Snowboarderin)
Die Weltcupsiegerin im Snowboard von 1996 ist nach einer schweren Krankheit gestorben. In 108 Weltcuprennen hatte sie insgesamt 9 Medaillen gewonnen.
Die Sportlerin wuchs in Obertauern in Salzburg auf, wo ihre Familie im Hotelgewerbe tätig ist. Die Wintersportlerinnen Heidi Krings und Doresia Krings sind Verwandte von ihr. Alexandra Krings hinterlässt ihren Ehemann, den deutschen Biathlon-Olympiasieger Peter Angerer, und einen Sohn.
17 Juli 2025 : Felix Baumgartner (56, Extremsportler)
Baumgartner wurde 2012 durch seinen für Red Bull durchgeführten Stratosphärensprung aus 39 km Höhe weltweit bekannt.
Felix Baumgartner starb bei einem Paragleiter-Unfall in der italienischen Stadt Porto Sant Elpidio, laut dem österreichischen Nachrichtensender ORF.
Ein ausführlicher Nachruf erscheint hier in Kürze.
17 Juni 2025 : Alfred Brendel (94, Klassischer Pianist)
Tschechien – Kroatien – Österreich – Großbritannien : die Lebensstationen des international erfolgreichen Musikers.
Alfred Brendel wurde 1931 in Mähren (einem Gebiet in der heutigen Tschechischen Republik) geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Kroatien. Als Jugendlicher absolvierte er ein kurzes Klavierstudium in Zagreb und Graz, dann ließ er sich in Wien nieder. Ab 1971 befand sich sein Lebensmittelpunkt in London.
Im Laufe seiner Karriere, die von 1949 bis 2008 währte, interpretierte er die Werke zahlreicher klassischer Komponisten. Eine besondere Vorliebe pflegte er für Beethoven, er nahm aber auch die moderne Klassik von Schönberg auf. Mit dem Dirigenten Sir Simon Rattle verband ihn eine lange Zusammenarbeit.
Der « Philosoph am Flügel » mit einem starken Interesse an Dadaismus verfasste seit den 1970er Jahren auch Essays über Musik und Lyrikbände, in denen Humor ein wichtiges Element war.
Nach der Beendigung seiner aktiven Musikkarriere schränkte 2012 ein Hörsturz Brendels akustisches Wahrnehmungsvermögen stark ein. Er gab jedoch auch in seinen späten Jahren noch Vorträge und Lesungen.
Der mehrfache Ehrendoktor erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Musikpreise. 1989 wurde er zum britischen Ritter geschlagen (ein Ehrentitel, da er nicht die britische Staatsbürgerschaft hatte), 1999 überreichte ihm Prinz Charles die Ehrendoktorwürde des Royal College of Music in London.
Der renommierte Konzertpianist starb friedlich in seinem Haus in London.
25 April 2025 : Peter Rapp (81, TV-Unterhalter)
Peter Rapp, Jahrgang 1944, verbrachte sein Berufsleben zu großen Teilen beim staatlichen österreichischen Rundfunksender ORF, bei dem er von 1967 bis 2018 zahlreiche Radio- und TV-Shows moderierte.
Die Bandbreite der Sendungen umfasste nahezu alle Formate, die es in der TV-Unterhaltung des jeweiligen Jahrzehnts gab : Popmusik-Sendungen, Samstag-Abend-Unterhaltung, Charity zu Weihnachten, TV-Jury-Shows für junge Künstler, und vieles mehr.
Für seine ORF-Berichte über Regionalfeste dürfte Peter Rapp jedes Dorf in Österreich mindestens einmal besucht haben. Noch mit über 70 trat der populäre Talkmaster in einer kleinen wöchentlichen Glücksspielshow auf.
Das Glücksspiel hat den gebürtigen Wiener auch privat fasziniert. Seine Casinobesuche, ein teurer Umbau seines Anwesens und « großzügige Bankkredite » brachten ihn 1998 in den Privatkonkurs. Der Schuldenstand betrug damals 55,55 Millionen Schilling (etwas über 4 Millionen EUR).
Peter Rapp, der dreimal verheiratet und Vater dreier Kinder war, wurde in einem Ehrengrab am Zentralfriedhof Wien beigesetzt.
(Die Entscheidung über die Vergabe dieses Grabtypus’ für verdienstvolle Persönlichkeiten erfolgt über den Bürgermeister von Wien. 2025 gibt es etwa 1020 Ehrengräber am Zentralfriedhof in der österreichischen Bundeshauptstadt.)
17 Januar 2025 : Klemens Haselsteiner (44, Unternehmer)
Plötzlich und unerwartet starb mit nur 44 Jahren einer der reichsten Österreicher : Klemens Haselsteiner, der Vorstandsvorsitzende der großen österreichischen Baufirma STRABAG. Die Todesursache ist nach Angaben der österreichischen Kronen Zeitung ein Aneurysma.
Klemens Haselsteiner war einer von vier Söhnen des früheren CEO Hans Peter Haselsteiner (*1944). Der Vater war in den 1990er Jahren auch Nationalratsabgeordneter für das Liberale Forum (die Vorgängerpartei der Neos). Der verstorbene Unternehmer hinterlässt eine Ehefrau und drei Kinder.
Die STRABAG SE machte 2024 einen Umsatz von 19 Milliarden EUR und hat 86 000 Mitarbeiter in der ganzen Welt. Laut der österreichischen Zeitung « Der Standard » entfallen 32 % der Firmenanteile auf Raiffeisen/ Uniqa, 31% auf die Familie Haselsteiner, und 24% auf Rasperia, ein Unternehmen des Russen Oleg Deripaska. Das Vermögen des Seniorchefs Hans Peter Haselsteiner wurde 2009 von der Zeitung Oe24 auf 750 Millionen EUR geschätzt.
17 Januar 2025 : Margarete Tröstl (113, älteste Österreicherin)
1911 wurden nicht nur Bruno Kreisky und Max Frisch geboren, sondern auch Margarete Ecker, deren Familienname nach der Heirat zu Tröstl wurde. Der Geburtsort war Gmünd, eine niederösterreichische Stadt, die direkt an der Grenze zu Tschechien liegt.
Die Mutter eines Sohnes hat in einer Möbelfabrik und bei einem Waschmittelhersteller gearbeitet. Als Pensionistin kehrte sie von Wien nach Gmünd zurück, wo sie nun in einem Pflegeheim gestorben ist.
9 Januar 2025 : Otto Schenk (94, Schauspieler und Regisseur)
In ihrem Artikel zum Tod des namhaften Theaterexperten schreibt die New York Times einen zutreffenden Satz :
« In Österreich überdeckte Herrn Schenks Name als Schauspieler, insbesondere als komischer Schauspieler, wohl seinen Ruf als Regisseur. » (A. J. Goldmann, New York Times)
Die amerikanische Zeitung erinnert ausführlich an seine wichtigen Inszenierungen von Wagner-Opern an der Metropolitan Opera in New York. Während viele andere Regisseure einen postmodernen Zugang hatten, war Schenks Stil auf Geschichte und Tradition fokussiert. Der Österreicher wirkte ebenso an der Wiener Staatsoper, dem Royal Opera House in London, der Scala in Mailand und an Opernhäusern in Deutschland.
Otto Schenk wurde 1930 als Sohn eines Vaters mit jüdischen Wurzeln geboren. Seine Familie war zwar nicht der maximalen Verfolgung durch die Nazis ausgesetzt, aber es gab Diskriminierung. Das Judentum faszinierte Schenk. Nach seiner Ausbildung am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien trat er mit dem Kabarettisten Karl Farkas auf, einem Meister des jüdischen Humors.
Schenk arbeitete als Schauspieler und Regisseur an den großen Theatern der österreichischen Bundeshauptstadt – dem Burgtheater, dem Volkstheater Wien und dem Theater in der Josefstadt. Dem letzten Haus stand er von 1988 bis 1997 auch als Direktor vor.
Noch im Jahr 2019 war er auf der Bühne aufgetreten. Seine Ehefrau Renée Michaelis, mit der er 66 Jahre lang verheiratet gewesen war, starb 2022. Das einzige Kind des Paares, der Dirigent Konstantin Schenk, informierte über den Tod seines Vaters.
Über diesen Link können Sie Bücher und DVDs von Otto Schenk bestellen.
18 Dezember 2024 : Hermes Phettberg (72, Entertainer)
Das Wiener Original hieß mit bürgerlichem Namen Josef Fenz und stammte ursprünglich nicht aus Wien, sondern aus dem Weinviertel in Niederösterreich. Josef Fenz war auf den ersten Blick nicht bürgerlich, auf den zweiten Blick hätte er es aber fast sein können : immerhin war er im Amt der niederösterreichischen Landesregierung beschäftigt gewesen, war ein Pastoralassistent der Erzdiözese Wien, und hatte für etwa 2 Jahre sogar eine Karriere als TV-Star.
Sein Leben war aber hauptsächlich tragisch, mit Einsamkeit, starkem Übergewicht und Schlaganfällen.
In seiner kurzen und intensiven Zeit als Talkmoderator Mitte der 1990er Jahre begrüßte er als Gäste alles, was damals Rang und Namen hatte (Hermann Nitsch, Manfred Deix, Tobias Moretti etc). Mancher der Interviewten hat dies auch noch 30 Jahre später. Sein Stil als Showmoderator zeichnete sich durch Scharfsinn, Wortwitz und echten Respekt vor dem Gast aus.
Hermes Phettbergs Sendung hatte den Titel « Nette Leit Show » (Nette-Leute-Show), eine kongeniale Anspielung auf das Genre « Late Night Show ».
11 Dezember 2024 : Hannes Androsch (86, Ex-Politiker und Unternehmer)
Der ehemalige österreichische Vizekanzler ist am 11 Dezember 2024 im Wiener Allgemeinen Krankenhaus im Alter von 86 Jahren verstorben.
Androsch (1938 in Wien geboren) wuchs im Arbeiterbezirk Floridsdorf auf, wo er gemeinsam mit der ein Jahr jüngeren Schauspielerin Erika Pluhar die Schule besuchte. Auf das Diplom an der damaligen Hochschule für Welthandel in Wien (heute : Wirtschaftsuniversität Wien) folgte die Tätigkeit als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, und parallel dazu der Aufbau einer viel beachteten Karriere in der SPÖ.
1967 wurde Androsch Nationalratsabgeordneter. Unter dem Bundeskanzler Bruno Kreisky war er von 1970 bis 1981 der bis dahin jüngste Finanzminister der Republik, und von 1976 bis 1981 auch Vizekanzler.
Der vom Presse-Journalisten Clemens Fabry als « rechter Sozialdemokrat » bezeichnete Politiker
geriet – wohl aufgrund seiner starken persönlichen Ambitionen – in einen Konflikt mit seinem « politischen Ziehvater » Kreisky. Androsch schied aus der Politik aus, arbeitete in den 1980er Jahren für den Weltwährungsfonds, die Weltbank, und als Generaldirektor der Bank CA.
Affären blieben nicht aus : Unregelmäßigkeiten seiner Steuerberatungskanzlei und der Vorwurf von Schwarzgeldkonten, die bereits während seiner politischen Phase publik wurden, mündeten in einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung. Der Bauskandal betreffend das Wiener Krankenhaus AKH (in dem Androsch nun gestorben ist) führte zur Verurteilung von 12 Angeklagten, darunter von Androsch wegen Falschaussage.
Ab Ende der achtziger Jahre baute Androsch als Internationaler Berater eine industrielle Beteiligungsgruppe auf, mit Anteilen etwa an dem Leiterplattenunternehmen AT&S und dem Wettanbieter bwin. 2009 wurde er von der Zeitung Oe24 auf ein Vermögen von 300 bis 400 Millionen EUR geschätzt.
Dr. Androsch (1968 in Wirtschaftswissenschaften promoviert und Empfänger von Ehrendoktoraten der Unis Salzburg, Leoben, Bratislava und New Orleans) war bis zuletzt aktiv, trat in TV-Interviews auf, und kommentierte spitzüngig die aktuelle politische Situation.
Nach der Nationalratswahl 2024 empfahl Androsch der SPÖ Koalitionsgespräche mit der FPÖ. Trotz inhaltlicher Kritik an der FPÖ war er gegen eine Ausgrenzung dieser Partei und ihrer Wähler.
Auf der unter dem letzten Link zugänglichen offiziellen Homepage von Hannes Androsch lassen sich zahlreiche interessante Dokumente zu seinem Leben (Parlamentsreden, veröffentlichte Bücher, Photos etc) einsehen.
Die von Hannes Androsch geschriebenen Bücher können über diesen Link bestellt werden.
12 August 2024 : Richard Lugner (91, Unternehmer und Society-Star)
Der Wiener Self-Made-Millionär begann seine Karriere im Bausektor des Nachkriegsösterreichs.
Er realisierte einige sehr interessante Projekte, wie etwa die Errichtung des Islamischen Zentrums samt Moschee im 21 Bezirk von Wien, finanziert vom König von Saudiarabien, oder die Renovierung des Tempels der jüdischen Gemeinde der Bundeshauptstadt.
1988 nahm Lugner den Betrieb seines Einkaufszentrums namens « Lugner City » auf. Dieses liegt recht zentral in Wien, nahe des Westbahnhofs und der Veranstaltungsarena Stadthalle. Das Shoppingcenter hat eine Fläche von 25 000 Quadratmetern, es zählt etwa 100 Geschäfte, und hat auch ein angeschlossenes Kino (Lugner Kino City).
Lugner kombinierte seinen Appetit auf den Status eines Societystars mit cleveren Marketingideen. Seit 1992 wurde der Wiener Opernball – ein Großevent für Boulevard-Journalisten – eines seiner kommerziellen Zugpferde. Der Unternehmer lud jedes Jahr einen internationalen Star in seine persönliche Loge im Opernhaus, um die Aufmerksamkeit der Medien anzuziehen.
Zu seinen Gästen zählten Harry Belafonte, Sophia Loren, Paris Hilton, Kim Kardashian, Pamela Anderson, Ornella Muti und Priscilla Presley (sein letzter Gast im Jahr 2024). Die Promis begleiteten Herrn Lugner zum pompösen Ball und absolvierten eine Autogrammstunde im Einkaufszentrum.
Lugner war sechsmal verheiratet, mit einer Vorliebe für jüngere Damen für seine letzten Beziehungen. Er genoss die Teilnahme an diversen Boulevard-TV-Formaten, und zeigte dabei eine gute Portion an Selbstironie.
Auch die Politik war für den Entrepreneur ein interessantes Feld. Mit seiner eigenen Partei « Die Unabhängigen » bekam er bei den Nationalratswahlen des Jahres 1999 nur 1,02 %. Zweimal nahm er auch als Kandidat an Präsidentenwahlen teil.
Lugner, dessen Vermögen von Forbes 2024 auf 80 Millionen Euro geschätzt wurde, war bis in die letzten Wochen seines langen Lebens (1932 – 2024) bemerkenswert fit. Nach seinem Ableben wurde in Wiens berühmtester Kathedrale, dem Stephansdom, ein Gedenkgottesdienst abgehalten. Lugner hinterlässt seine letzte Ehefrau Simone Lugner (42) und 4 Kinder.
16 März 2024 : Thaddäus Podgorski (88, Medienmanager)
Die Geschichte von « Teddy Podgorski « (*1935) ist eng mit jener des nationalen österreichischen Radio- und TV-Senders ORF (Österreichischer Rundfunk) verbunden. Der ORF, der bereits seit 1945 existierte, startete seine ersten TV-Projekte 1955 – im selben Jahr, in dem Podgorski in das Unternehmen eintrat.
Der junge Mann erhielt die Gelegenheit, seine Kreativität auszuleben und eine sehr erfolgreiche Karriere zu absolvieren. Er arbeitete als Reporter and TV-Moderator, und erfand auch mehrere TV-Formate und Sendungsnamen (z Bsp Zeit Im Bild), die bis heute existieren. Von 1986 bis 1990 war er der Generaldirektor des ORF.
Podgorski war im engeren Umfeld des Unternehmers Udo Proksch, der in den 1970er Jahren den « Club 45 » betrieb, einen privaten Club für einflussreiche Österreicher (unter ihnen viele hochrangige SPÖ-Politiker wie Helmut Zilk, Hannes Androsch, Franz Vranitzky). Proksch wurde später wegen Mordes verurteilt.
Der Medienmanager machte auch Theaterarbeiten als Regisseur und als Schauspieler.
10 Februar 2024 : Günter Brus (85, Aktionskünstler)
Günter Brus (*1938) gehört dem Wiener Aktionismus der 1960er Jahre an, zusammen mit Otto Mühl, Hermann Nitsch, Peter Weibel und Oswald Wiener.
Er praktizierte eine radikale Art von Body-Art (deutsch: Körperkunst), die die Verwendung von Körperflüssigkeiten und sogar Selbstverletzungen miteinschloss.
1968 nahm Brus an einem berühmten Happening an der Universität Wien teil : Nackt auf der Bühne stehend, beschmierte er seinen Körper mit seinen Fäkalien und sang dazu die österreichische Bundeshymne. Dann schnitt er seine Haut mit einer Rasierklinge und trank seinen Urin.
Dieses als « Uni-Ferkelei » bekannte Event brachte Brus eine Verurteilung wegen der Herabwürdigung von Staatssymbolen. Um einer Haftstrafe zu entegen, emigrierte der Künstler nach West Berlin, wo er für die nächste Dekade blieb.
In späteren Jahren erhielt Brus die Anerkennung der staatlichen Autoritäten. 1996 wurde ihm der Große Österreichische Staatspreis für Bildende Kunst verliehen, 2003 erhielt er den Oskar-Kokoschka-Preis.
Die Arbeit von Günter Brus, der auch als Autor und Bühnenbildner tätig war, kann in einem eigenen Museum in Graz – dem « Bruseum » – betrachtet werden.


