Die französische Regierung unter Premier François Bayrou

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Die neue französische Regierung  wurde am 23 Dezember 2024 vorgestellt, der erste Ministerrat ist für den 3 Januar 2025  angekündigt. Manche offiziellen Regierungswebseiten und Biographien werden noch upgedated.  

Konsultieren Sie diesen Artikel auch in den nächsten Wochen, da der Inhalt ebenfalls aktualisiert werden wird.  

Der französische Präsident Emmanuel Macron

Der französische Staatspräsident ist kein formelles Mitglied der Regierung, aber es ist interessant, auch sein Profil diesem Artikel hinzuzufügen. Der Präsident nominiert den Premierminister und die anderen Regierungsmitglieder, gemäß Artikel 8 der französischen Verfassung.

Emmanuel Macron (*1977), ein Absolvent der französischen Elitehochschule ENA (école nationale de l’administration), war im Finanzsektor ehe er 2012 für den früheren Präsidenten François Hollande zu arbeiten begann. Von 2014 bis 2016 war er Wirtschaftsminister, seit 2017 ist er der Präsident Frankreichs.  

Macron war von 2006 bis 2009 ein Mitglied der französischen sozialistischen Partei (laut einem Artikel von Le Figaro aus 2015). 2016 gründete er die Bewegung « En marche », deren Name später in  « Renaissance Partei » umgewandelt wurde. 

Der Premierminister François Bayrou

Monsieur Bayrou wurde 1951 geboren. Nach einem Diplom in klassischer Literatur wurde er Lehrer und arbeitete auch auf dem elterlichen Bauernhof.   

Der frühere Bildungsminister der Jahre 1993 bis 1997 war schon einmal in einer Regierung unter Emmanuel Macron : 2017 wurde er Justizminister, trat aber nach etwa 40 Tagen zurück, im Zusammenhang einer Affäre von Scheinbeschäftigung von EU-Abgeordneten der Modem-Partei. Der    diesbezügliche juristische Vorgang ist bislang noch nicht endgültig abgeschlossen : Bayrou wurde vom Tribunal Correctionnel in Paris im Februar 2024 erstinstanzlich freigesprochen. Da aber der Staatsanwalt eine Berufung einlegte, kommt es zu einem neuen Prozess (letztes Update im Dezember 2024).

Laut der Biographie auf der Homepage seiner Modem-Partei bewundert er den Philosophen Lanza del Vasto, einen Schüler Gandhis. Dieselbe Biographie erwähnt auch seine Ablehnung des Wiedereintritts Frankreichs in die militärische Kommandostruktur der Nato unter Präsident Sarkozy.  

Seit dem 13 Dezember 2024 ist Francois Bayrou der Premierminister von Frankreich .     

Er ist bereits der vierte Premierminister des Jahres 2024, nach Elisabeth Borne, Gabriel Attal und Michel Barnier (der nach einem Misstrauensvotums des Parlaments zurücktrat).

Monsieur Bayrou wird vom beigeordneten Minister für die Beziehungen zum Parlament Patrick Mignola und der beigeordneten Ministerin für die Gleichstellung von Frauen und Männern Aurore Bergé in seiner Arbeit unterstützt.

Laut einem Artikel des französischen Nachrichtenmediums BFM TV von Januar 2025 führt der Gerichtshof der Republik (Cour de justice de la république) eine  Untersuchung betreffend Falschaussage gegen Frau Bergé. Es geht um eine mögliche Falschaussage vor einem Untersuchungsausschuss zu privaten Kinderkrippen. Für Frau Bergé gilt bis auf Weiteres die Unschuldsvermutung.

Die Regierungssprecherin ist Sophie Primas.

Der Innenminister : Bruno Retailleau

Retailleau (*1960) besitzt Diplome in Wirtschaft und Politikwissenschaft. Beobachter erwarten, dass der führende Politiker der Partei „Les Républicains“ (die als konservativ gilt), eine strenge Politik betreffend Migration und Sicherheit anwenden wird. Retailleau wurde bereits im September 2024 von Bayrous Vorgänger Michel Barnier berufen.

Das französische Innenministerium hat auch noch den  beigeordneten Minister François Noël Buffet.

Der Außenminister : Jean-Noël Barrot

Barrot (*1983), ein Mitglied der Modem-Partei (von Premierminister Bayrou), hat an renommierten Hochschulen Wirtschaft unterrichtet : am MIT-Institut in Massachusetts und an der HEC Paris. Nach 5 Jahren als Parlamentsabgeordneter wurde er beigeordneter Minister für Digitalisierung und für Europa von 2022 bis 2024.

Der französische Außenminister hat drei beigeordnete Minister an der Seite :

Benjamin Haddad (für europäische Angelegenheiten), Laurent Saint-Martin (fûr den Außenhandel und im Ausland lebende Franzosen) und Thani Mohamed Soilihi (für französischsprachige Länder und internationale Partnerschaften).

Der Wirtschaftsminister : Eric Lombard

Der vollständige Name des Ministeriums lautet « Ministerium für Wirtschaft, Finanzen, industrielle und digitale Souveränität ».

Eric Lombard wurde 1958 geboren und hat ein Diplom in Wirtschaft (HEC Paris). In den frühen 1990er Jahren arbeitet er als Berater der französischen Regierung, verbrachte aber den größten Teil seiner bisherigen Karriere im Finanzsektor.  Am 11 September 2001 hatte er einen Termin im World Trade Center in New York, der aber in letzter Minute abgesagt worden war.

In dem großen Ministerium arbeiten auch 5 beigeordnete Minister :

Amélie de Montchalin ist für öffentliche Konten zuständig. Sie hatte bereits seit 2019 Regierungspositionen inne, als Staatssekretärin für Europa, Ministerin für den Öffentlichen Dienst, und als Umweltministerin.  

Marc Ferracci’s Agenden betreffen Industrie und Energie. Véronique Louwagie arbeitet in den Bereichen Handel und KMU (Klein- und mittelgroße  Unternehmen). Clara Chappaz verantwortet die Themen Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Nathalie Delattre ist zuständig für den Tourismus.

Der Justizminister : Gérald Darmanin

Darmanin (*1982) war bereits von 2017 bis 2024 Minister gewesen – für öffentliche Konten und für Innere Angelegenheiten. Er initiierte ein neues Migrations-Gesetz das im Januar 2024 in Kraft trat.

Dieses Gesetz, das die Regularisierung von illegalen Arbeitern für gewisse Jobs erlaubt, aber auch die leichtere Rückführung von kriminellen Migranten, löste intensive Debatten und Aktionen des Verfassungsrats Frankreichs (der 35 von 86 vorgeschlagenen Artikeln zensierte) aus.

Der neue Justizminister  studierte Politikwissenschaft. Der frühere Präsident Sarkozy gilt als ein Mentor des Politikers, der der Partei « Les républicains » angehört.

Die Ministerin für Arbeit, Gesundheit, Solidarität und Familien : Catherine Vautrin

Die Juristin Catherine Vautrin (*1960) war für lange Zeit ein Mitglied der « rechten » französischen Parteien (UMP, Les Républicains), ehe sie zu Macrons Partei « Renaissance » wechselte. TV5 Monde nennt sie eine « liberale Anhängerin von Sarkozy «.

Ihre Berufslaufbahn beinhaltet insbesondere eine Dekade als Marketingleiterin bei einer amerikanischen Firma, Stationen als Staatssekretärin während der 2000er Jahre, und das Amt der Vizepräsidentin des französischen Parlaments.

Das französische Arbeitsministerium unter Catherine Vautrin umfasst die Ministerien für Arbeit und für Gesundheit.

Die Arbeitsministerin : Astrid Panoysan-Bouvet

Derzeit (25 Dezember 2024) ist noch kein offizieller Lebenslauf auf der Webseite des Ministeriums publiziert. Ein Artikel der französischen Zeitung « Nouvel Obs » aus September 2024 gibt nähere Infos über Frau Panoysan-Bouvet.

Nach dem Studium der Politikwissenschaft arbeitete sie für Versicherungs- und Immobilienfirmen. Laut dem Nouvel Obs war sie ursprünglich ein Mitglied der Sozialistischen Partei. 2014 begann sie, als Beraterin für Emmanuel Macron (der damals Wirtschaftsminister war) zu arbeiten. 2016 war sie Mitbegründerin von Macrons Partei « En Marche (Renaissance) ». Der Tochter eines armenischen Vaters und einer norwegischen Mutter wird gemeinhin ein sozialdemokratischer und liberaler Zugang zu politischen Fragen unterstellt.

Der Gesundheitsminister : Yannick Neuder

Wo ist die offizielle Biographie des neuen französischen Gesundheitsministers Yannick Neuder (*1969) ? Noch im April 2025 sagt die offizielle Homepage des französischen Gesundheitsministeriums  : die Biographie wird in Kürze erwartet …

Herr Neuder wird von der beigeordneten Ministerin für Autonomie und Behinderte, Charlotte Parmentier-Lecocq, unterstützt.

Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach bestätigte 2023 die Existenz von schockierenden Nebenwirkungen von Covidimpfungen.

Es wird interessant sein, vom französischen Gesundheitsminister zu erfahren, ob es solche Nebenwirkungen auch in Frankreich gibt.

Im April 2025 wurden die Minister Yannick Neuder, Catherine Vautrin und Elisabeth Borne in einer Strafanzeige der Anwältin Christelle Mazza zitiert. Die Anzeige betrifft „institutionelles Mobbing“ von Gesundheitspersonal in Frankreich. Die schwierigen Arbeitsbedingungen in französischen Spitälern werden bereits seit etwa 2012 kritisiert. Es gab sogar Selbstmorde von Ärzten und Krankenschwestern an ihrem Arbeitsplatz. Die französische Rechtsprechung hat bereits die Existenz von „institutionellem Mobbing“ anerkannt – in einer Affäre des Telekom-Unternehmens „Orange“ (früherer Name: France Télécom). Die Anwältin Christelle Mazza stützt ihr Vorgehen auf diese Jurisprudenz. Da dieses Mal Minister betroffen sind, muss ein spezielles Gericht – die „Cour de Justice de la République (CJR)“ – entscheiden, ob die Anzeige angenommen wird. Die Entscheidung der CJR wird für den 14 Juni 2025 erwartet.  

Der Verteidigungsminister : Sébastien Lecornu

Monsieur Lecornu studierte Rechtswissenschaften und hatte seit 2008 diverse höhere politische Positionen. Im Jahr 2020 wurde er Minister für die französischen Überseegebiete, seit 2022 ist er Verteidigungsminister. 

Das französische Verteidigungsministerium  hat auch eine beigeordnete Ministerin für Veteranen, Patricia Miralles.

Der Minister für Überseeterritorien : Manuel Valls

Der aktuelle Chef des Ministeriums für Überseegebiete ist ein interessanter Mann.

Erstens war Manuel Valls bereits ein hochrangiges Regierungsmitglied : unter dem Ex-Präsidenten François Hollande war er Innenminister und Premierminister.  

Zweitens war er ein aktiver Politiker sowohl in Frankreich als auch in Spanien. Manuel Valls (*1962), der Sohn eines spanischen Vaters und einer Schweizer Mutter, erhielt seine französische Staatsbürgerschaft erst mit 20 Jahren. 2019 versuchte er, Bürgermeister von Barcelona zu werden, schaffte es aber nur zum Mitglied des Stadtrates. Die irregulären finanziellen Aspekte seiner spanischen Kampagne führten zu einer Verurteilung wegen illegaler Finanzierung, und einer Geldstrafe von 277 000 EUR.

Drittens verließ Monsieur Valls 2017 die Sozialistische Partei, um sich der neuen Partei Macrons (En Marche/ Renaissance) anzuschließen.

Viertens sagte Manuels Valls im Januar 2015, als er Premierminister war, vor französischen Schülern :

« Ihr müsst lernen, mit dem Risiko von Terroranschlägen zu leben. » (Manuel Valls, Premierminister Frankreichs, Januar 2015)

Der Anschlag auf die Zeitung « Charlie Hebdo » war vor Valls Satz im Januar 2015 geschehen. Das Attentat auf das Bataclan-Theater erfolgte im November 2015.

Die Verwaltung der französischen Gebiete in Übersee ist herausfordernd. 2024 gab es etwa gewalttätige Ausschreitungen in Neukaledonien und  einen schweren Orkan auf Mayotte.

Die Agrarministerin : Annie Genevard

Vor ihrer Nominierung als Ministerin hatte Madame Genevard (*1956) – obwohl sie 2024 eine der Präsidenten der Partei « Les républicains » ist – nur eine geringe Medienpräsenz. Die Lehrerin für Französisch und Latein wird von der Zeitung Nouvel Obs als « rechte Hardlinerin » beschrieben.

Der vollständige Name des französischen Landwirtschaftsministeriums  lautet « Ministerium für Landwirtschaft und Lebensmittelsouveränität ».

Die Umweltministerin : Agnès Pannier-Runacher

Frau Pannier-Runacher steht dem französischen Ministerium für Umwelt vor, das auch die politische Verantwortung für die Bereiche Wald, Meer und Fischerei beinhaltet.

Das Mitglied der Macron-Partei « En Marche/ Renaissance » ist eine Absolventin der renommierten ENA-Hochschule in Frankreich. Ihre Berufskarriere umfasst Aktivitäten als Finanzauditor und Manager der französischen Tourismus-Gruppe « Comapgnie des Alpes ». Seit 2018 hat sie in Regierungspositionen gearbeitet, als Staatssekretärin, beigeordnete Ministerin und Energieministerin (2022 – 2024).

Die Bildungsministerin : Elisabeth Borne

Elisabeth Borne (*1961) ist die frühere Premierministerin Frankreichs der Jahre 2022 bis 2024. Laut Radio France war ihr Vater ein russischer Jude und ein Mitglied der französischen Résistance während des Zweiten Weltkriegs. Nach ihrem Ingenieursstudium arbeitete sie als Beraterin für die sozialistischen Minister Jack Land und Lionel Jospin. Sie war auch in hohen Management-Positionen für die französischen Transportunternehmen SNCF und RATP tätig.

Madame Borne ist ein Mitglied von Macrons Partei « Renaissance (davor : En marche) », und hatte mehrere Ministerrollen seit Macron 2017 Präsident wurde.  

Die Politikerin partizipierte bei einer Reform der Arbeitslosenversicherung, die strengere Regeln für Arbeitssuchende brachte. In ihrer Zeit als Premierministerin verwendete sie 23 mal den Verfassungsartikel 49.3, der die Verabschiedung eines Gesetzes ohne die Zustimmung des Parlaments erlaubt. 

Das französische Unterrichtsministerium hat auch einen beigeordneten Minister, Philippe Baptiste.

Die Kulturministerin : Rachida Dati

Die 1965 geborene Madame Dati hat Master-Abschlüsse in Wirtschaft und Recht. Ihre Biographie auf der Regierungswebseite info.gouv.fr informiert, dass sie von 1982 bis 1987 als Krankenpflegerin arbeitete (« während des Tags und während der Nacht »). Danach war sie von 1987 bis 1990 Buchhalterin bei der französischen Ölfirma Elf Acquitaine. Zwischen etwa 1995 und 2005 wechselte sie zwischen Beschäftigungen an französischen Gerichten und Beraterposten in französischen Ministerien.

Unter Präsident Nicolas Sarkozy, mit dem sie bereits seit mehreren Jahren gearbeitet hatte, wurde sie Justizministerin. Ihre nächsten Stationen waren ein Sitz im EU-Parlament und das Amt einer Bezirksbürgermeisterin von Paris. Als sie 2024 entschied, französischer  Kulturminister zu werden (zunächst unter dem Premierminister Gabriel Attal), wurde sie aus ihrer Partei « Les Républicains » ausgeschlossen.

Im November 2024 informierte Le Figaro, dass eine spezielle französische Ermittlungsbehörde für Finanzdelikte, das Parquet National Financier, eine Untersuchung betreffend Madame Dati führt. Zwischen 2010 und 2012 soll die Politikerin für Beraterdienste angeblich 900 000 EUR von einer Filiale von Renault-Nissan erhalten haben. Die Frage steht im Raum, ob dieser Betrag für Lobbying im EU-Parlament verwendet wurde. Die Politikerin bestreitet diesen Verdacht ; für sie gilt bis auf weiteres die Unschuldsvermutung.  

Im April 2025 informierten französische Zeitungen, dass Madame Dati angeblich vergessen hätte, bei ihrer offiziellen Vermögensauskunft Juwelen im Wert von 420 000 EUR anzugeben. Diese Finanzauskunft (« Déclaration HATVP ») ist für hochrangige Politiker in Frankreich verpflichtend, sie kann auch öffentlich eingesehen werden.   

Rachida Dati, die die Doppelstaatsbürgerschaft von Frankeich und Marokko besitzt, kritisierte die Migrationspolitik der deutschen Ex-Kanzlerin Angela Merkel. Nach dem Anschlag eines Rechtsextremisten in Hanau im Jahr 2020 sagte Madame Dati, dass Merkel « nun einen hohen Preis dafür bezahlt, die Grenzen massiv geöffnet zu haben ».

Der Minister für Territoralmanagement und Dezentralisierung : François Rebsamen

Der Politiker, dessen Familienname Rebsamen an die Kunst des Weinbaus erinnert, wurde 1951 geboren. Als er Wirtschaft und Rechtswissenschaften studierte, war er bei den Kommunisten tätig (Ligue communiste révolutionnaire), ging dann aber zur sozialistischen Partei.

Der frühere Bürgermeister der Stadt Dijon und ehemalige Arbeitsminister unter Präsident François Hollande entschloss sich 2022, Emmanuel Macron als Präsidentschaftskandidaten zu unterstützen. Er gründete sogar eine neue Partei, La Fédération Progressiste, die von TF1 Info als « links, universalistisch, proeuropäisch, reformerisch «  beschrieben wird.

Es gibt auch 2 beigeordnete Minister im französischen Ministerium für Territorialmanagement : Juliette Méadel (zuständig für Urbanisierung, sie ist ebenfalls ein Mitglied der Rebsamen-Partei « Fédération Progressiste »), und Françoise Gatel (zuständige für Rurale Angelegenheiten, ein Mitglied der « Mitte-Rechts-Partei » UDI).

Die Ministerin für Wohnbau : Valérie Letard  

Die Chefin des französischen Wohnbauministeriums ist ebenfalls ein Mitglied der « Mitte-Rechts-Partei » UDI. Madame Letard wurde 1962 geboren und hat ein Diplom als Sozialarbeiterin. Sie übte verschiedene politische Positionen im Norden Frankreichs aus, und war Staatssekretärin für Solidarität und grüne Technologien unter Präsident Sarkozy. Eine der Fragen, die die Politikerin beschäftigen wird, ist die Entwicklung des französischen SRU-Gesetzes (loi solidarité et renouvellement urbain), welches für jede Gemeinde eine bestimmte Zahl an Sozialwohnungen festlegt.

Der Verkehrsminister : Philippe Tabarot

Philippe Tabarot (*1970) wurde in eine Familie mit politischer Relevanz geboren. Um 1960 war sein Vater Robert Tabarot einer der Führer der Organisation OAS (Organisation de l’armée secrète) in Algerien, die von Charles de Gaulle als Terrorgruppe betrachtet wurde, wie das Medium  BFMTV informiert.  

Die Qualifizierung dieses Kapitels in der Geschichte von Frankreich und Algerien löst viele Fragen aus. Die Schwester von Philippe Tabarot, Michèle Tabarot (von der Partei « Les Républicains ») unterstützte einen Gesetzesvorschlag, nach dem die « positive Rolle von Frankreichs Anwesenheit in Nordafrika » französischen Schülern präsentiert werden sollte.

Philippe Tabarot (auch er ein Mitglied von « Les Républicains ») war bereits in seiner Zeit als Vizepräsident des Regionalparlaments von Provence-Alpes-Côte d’Azur für Fragen des Transportwesens zuständig, ehe er 2020 ein Mitglied des französischen Senats (der zweiten Kammer des französischen Parlaments) wurde.  

Wichtige Fragen, die der Minister zu betreuen hat, sind : die Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln, umweltfreundliche Transporttechnologien, das Management von Streiks von Zug- und Luftfahrtpersonal (die in Frankreich recht häufig sind).

Seit 2021 wird gegen Monsieur Tabarot wegen des Verdachts der Veruntreuung öffentlicher Gelder ermittelt. Bis zu einer etwaigen Verurteilung gilt für ihn die Unschuldsvermutung (letztes Update : Januar 2025).

Der Minister für den Öffentlichen Dienst : Laurent Marcangeli 

Der vorherige Minister (Guillaume Kasbarian) hat ein Austeritätspaket von 2 Milliarden EUR eingeführt, mit der Streichung von Prämien und dem Erhöhen der unbezahlten Karenzzeit bei Krankenständen von 1 auf 3 Tagen. Diese Maßnahmen hatten Anfang Dezember 2024 zu Demonstrationen von Beamten geführt.

Der neue Chef des Ministeriums für den Öffentlichen Dienst  wurde Ende Dezember 2024 nominiert.

Monsieur Marcangeli (*1980) ist Anwalt und Mitglied von « Horizons » (einer « Mitte-Rechts-Partei » die vom ehemaligen Premierminister Edouard Philippe gegründet wurde). Zuvor war er Bürgermeister von Ajaccio auf Korsika und ein Abgeordneter des französischen Parlaments.  

Die Sportministerin : Marie Barsacq        

Der komplette Name dieser Regierungsabteilung lautet « Ministerium für Sport, Jugend und Vereine ».

Marie Barsacq (*1973) war bereits ein Mitglied des Organisationskomitees für die Olympischen Sommerspiele 2024 in Frankreich.

Als Ministerin wird sie auch mit der Vorbereitung der Olympischen Winterspiele 2030 in Frankreich betraut sein.

Madame Barsacq ist eine Juristin, die lange Zeit für französische Sportinstitutionen wie etwa den französischen Fußballverband (FFF Fédération Française de Football) gearbeitet hat.

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